Tätigkeitsbericht 9.1.2019

 

Ein Jahr danach 

  

Bisamberg (9.1.2019) – Am 8.1. 2018 war es soweit - Das Aus für das Postpaketzentrum Langenzersdorf. Was der Region, vor allem den Anrainer hier erspart geblieben ist, können wir bereits erahnen, wenn wir uns im Industriezentrum Hagenbrunn umsehen. Riesige Kräne ragen in die Höhe und die Dimensionen des Paketzentrums sind bereits erkennbar. Ein Logistikzentrum nach dem anderen (DHL, Lidl, Amazon, A1, etc.) siedelt sich in unmittelbarer Nähe an. Unsere Prophezeiungen haben sich bestätigt, die Belastungen wären unerträglich gewesen.

 
Was hat sich in diesem vergangenen Jahr getan - Wir ziehen Bilanz

 

Beginn - Vereinsgsründung

Während der Zeit der Bürgerinitiative zeigten sich viele Herausforderungen zum Thema Umwelt.  Deshalb war es unumgänglich und notwendig die Umweltorganisation LEbensraum LOGisch ins Leben zu rufen. Im März 2018 waren die Vorbereitungen abgeschlossen und der Verein wurde gegründet.

   

Im vergangenen Jahr gab es viele Aufgaben für unsere ehrenamtlichen Helfer, die neben Job und Familie erledigt wurden.
 
 

Umweltschutzverein – Parteienstellung bei Umweltverfahren

Die Regierung hat eine Mindestanzahl von 100 Mitgliedern für Umweltschutzvereine vorgeschrieben, damit sie bei Umweltverfahren Parteienstellung erhalten. Wir wünschen uns, dass wir diese Zahl um ein Vielfaches überschreiten. Je mehr Menschen deutlich machen, dass die Umwelt unser höchstes Gut ist, umso mehr können wir bewirken. Deshalb brauchen wir mehr Mitglieder (ordentliches Mitglied 35,00 Euro jährlich Mitgliedsbeitrag) oder außerordentliches Mitglied (keine Verpflichtungen). Anmeldungen unter: https://lelog.jimdo.com/aktiv-werden-mitglied/.
Unsere Bitte an alle!!! Unseren Umweltschutzverein weiterempfehlen und Mitglieder anwerben.

 

Langenzersdorf Nord
Obwohl sich seit einem Jahr in Langenzersdorf Nord nichts tut, behalten wir das Projekt ständig im Auge. So wandten wir uns bereits im Mai 2018 an die Landeshauptfrau und schilderten ihr die Probleme unserer Region, beginnend mit dem stark zunehmenden Verkehr und seinen Auswirkung sowie unsere Ängste betreffend eines Ausbaus der 40 ha. Auf Anfrage erhielten wir vom Bürgermeister in Langenzersdorf Anfang Juni eine Stellungnahme, dass zu diesem Zeitpunkt, kein Projekt in Planung wäre. Jeder neuen Information, die an uns herangetragen wird, gehen wir sofort nach.

  

Wir schrieben Herrn Lhstv. Dr. Pernkopf zum Thema grünen Ring um Wien, im September 2018 einen 13-seitigen Brief, damit er uns dabei nicht vergisst.  
 
 

(https://kurier.at/chronik/niederoesterreich/gruener-ring-um-die-donau-metropole/400142132?fbclid=IwAR02HoXD1zriF8oZoDrtLzgKYCCn1aJnrUAe5y3o1C_oVZB2LcA3LGBnfCo).

Wie vor Kurzen bekannt wurde, ist die Post dabei, den Grundstückskaufs in Langenzersdorf rückgängig zu machen.
 
 

Bürgerinitiativen, Studierende, Umweltschützer

Doch nicht nur Langenzersdorf Nord hat uns beschäftigt. Da wir als Bürgerinitiative erfolgreich waren, kontaktierten uns zahlreiche Bürgerinitiativen und baten um Hilfe. Aber auch interessierte Menschen aus Niederösterreich, die in puncto Umweltschutz etwas tun wollten, wurden beraten und Studierenden der FH Technikum für ihr Masterstudium Technisches Umweltmanagement und Ökotoxikologie (Schwerpunkt Umweltmanagement) ein Interview für ein Forschungsprojektes im Fallbeispiel Postlogistikzentrum gegeben.

  

Besorgte Bürger - Bodenverbrauch, seismologische Messungen, OMV Gasstation Korneuburg

Die Bevölkerung in unserem Gebiet (Korneuburg, Langenzersdorf, Bisamberg) ist wegen des zunehmenden Bodenverbrauchs besorgt. Wie in vielen Gebieten Niederösterreichs verschwinden immer mehr Grünflächen, obwohl es hier ebenfalls leerstehende, schlecht genutzte Gebäude und verbrauchte Flächen gibt. Wie man bereits weiß, heizen versiegelte Flächen das Klima an und das bekommen wir bereits zu spüren. Zunehmende Unwetter, wie dieses am 6.6.18, das Bisamberg mit voller Wucht getroffen hat und als Umweltkatastrophe eingestuft wurde, werden immer häufiger.

  

Wir würden uns wünschen, dass die Regierung Projekte zum Flächensparen in Österreich fördert, wie es bereits in unserem Nachbarland Deutschland der Fall ist.

 

(https://www.bayern.de/unterstuetzung-fuer-bayerische-gemeinden-beim-flaechensparen/). Deshalb haben wir unserer Umweltministerin Elisabeth Köstinger und Herrn Dr. Pernkopf vom Land NÖ diese Initiative vorgeschlagen.
 
 

(siehe auch Schreiben an die Bundesministerin, Antwort und an  Dr. Pernkopf https://lelog.jimdo.com/home/bodenverbrauch/

 

 

Seit September sind wir die 1. Anlaufstelle für viele Bürger betreffend der seismologischen Messungen der OMV. Sofort nach Bekanntwerden, vor allem im Zusammenhang mit fracking, setzten wir uns mit Behörden, der OMV, dem NÖ Umweltanwalt und der Gemeinde Bisamberg in Verbindung. Am 24.9.18 wurden wir gebeten, an der Gemeinderatssitzung in Bisamberg teilzunehmen. Zwei Mitarbeiter der OMV konnten die Befürchtungen dabei ausräumen. Unser Bürgermeister erhielt ein Schreiben der OMV, dass fracking seit 2012 für die OMV kein Thema ist. In einer weiteren Besprechung mit dem Geschäftsführer der OMV wurde uns dies noch einmal bestätigt. Nachdem das Thema fracking nicht mehr im Vordergrund stand, wurden wir trotzdem  vielfach um Hilfe gebeten. Die ausgelegten Geophone beunruhigten viele und der Lärm durch die Fahrzeuge der OMV beim Altstoffsammelzentrum, besonders in den frühen Morgenstunden war für viele in Bisamberg belastend. Wir intervenierten sofort bei der OMV, die eine Standortverlegung der Fahrzeuge veranlasste. Zahlreiche Bürger sind jedoch nach wie vor in großer Sorge betreffend eventueller Bohrungen nach Erdöl und Erdgas. Die OMV hat Bohrungen im Natura 2000-Gebiet ausgeschlossen. Durch den NÖ Umweltanwalt erfuhren wir, dass für Bohrungen in einem Natura 2000 Gebiet auf alle Fälle eine Umweltverträglichkeitsprüfung erforderlich wäre. Doch auch Positives ist in diesem Zusammenhang zu berichten. So wurde eine Granate aus dem 2. Weltkrieg, die nur 20 cm unter der Erde lag, in der Nähe vom Berndl Bad geborgen. Die seismologischen Messungen dienen auch der Geothermie-Forschung (Kooperation mit Wien Energie), um damit das Potential von Heißwasserquellen zu erkunden. Diese könnten für viele Haushalte zum Heizen genutzt werden. 

  

 

Ein besorgter Bürger aus Korneuburg schrieb uns betreffend der OMV Gasstation in Korneuburg. Er berichtete, dass Tag und Nacht Gas an der Spitze eines Schornsteins brennt und manchmal Rußfahnen zu beobachten wären. Lt. Angaben der OMV dient die Fackel zur Verbrennung brennbarer Gase, die im Störfall bei Ansprechen der Sicherheitsventile anfallen, oder im Fall einer Revision beim Drucklos-Machen von Anlagenteilen oder Rohrleitungen. So wird verhindert, dass das Gas unverbrannt in die Atmosphäre gelangen kann und somit eine Belästigung der Umwelt soweit wie möglich vermieden wird. Es ist eine Vorschrift der obersten Bergbaubehörde. Es wäre natürlich wünschenswert, wenn derartige Anlagen keinerlei Umweltschädigungen nach sich ziehen würden. Deshalb stehen wir nach wie vor mit der OMV im Kontakt, um eine bessere Lösung zu finden. Unser Bürger und wir bleiben aufmerksam.

  

Umweltbibliothek in Bisamberg

In Zeiten wo Klimawandel und CO2-Belastung große Themen sind, haben wir uns dazu entschlossen, der Bevölkerung mehr Informationen betreffend Umwelt zur Verfügung zu stellen. Dafür arbeiten wir mit der Pfarrbibliothek Bisamberg zusammen. Da die Bibliothek  eine Kooperation mit dem Land NÖ hat, sind auch Ebooks zum Thema Umwelt unter https://noe-book.onleihe.com/noe-book/frontend/mediaList,0-16-0-101-0-0-0-0-0-0-0.html abrufbar. Für Leseratten ein doppelter Vorteil, da fast 5000 Medien vor Ort und über 13.000 Medien (nicht nur zum Thema Umwelt) digital zur Verfügung stehen. Auskünfte zum Verleih und Gebühren erhalten Sie unter http://bisamberg.treffpunkt-bibliothek.at/html/22/D/home.asp?pass=x&p_direct=yes&rn=116745  oder direkt in der Bibliothek.

  

Welche Energiequelle ist die umweltfreundlichste? Können erneuerbare Energien unseren Energiebedarf ausreichend decken? Sind sie so umweltfreundlich wie wir glauben? Fragen über Fragen, .... Unser Ziel ist es, das Thema Umweltschutz, den Menschen näher zu bringen. In unserer Bibliothek werden auch Umweltbücher für Kinder zur Verfügung stehen, so dass diese mit dem Thema Umweltschutz spielerisch vertraut werden. Wir wollen Klein und Groß eine Vielfalt an Umweltbüchern anbieten, ob es dabei um umweltgerechtes Gärtnern oder die Auswirkungen von Putzmittel, die Klimaerwärmung oder die Verschmutzung der Meere geht. Die Gemeinde Bisamberg und Friedrich Blaha haben uns sofort ihre Unterstützung zugesagt und so konnten wir bereits die ersten Bücher bestellen, die demnächst in den Regalen zu finden sein werden. In der Gemeindezeitung werden regelmäßig Bücher unserer Bibliothek vorgestellt. Da Bücher viel Geld kosten und diese Bibliothek wachsen soll, sind wir auf Spenden angewiesen und freuen uns auch über deinen/Ihren Beitrag. Die Kontonummer findest(en) du/Sie unter https://lelog.jimdo.com/spenden-und-mitgliedsbeiträge/

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Baumfällung in Langenzersdorf – Anrainer und Bevölkerung trauen - für den Laien keine Schäden erkennbar

Betreffend eines gefällten alten Baumes in Langenzersdorf, Ecke Scheydgasse/Lagerstraße fragten wir bei der zuständigen Gemeinderätin in Langenzersdorf nach und erhielten folgende Begründung für die Fällung:
An dieser stark befahrenen Wegkreuzung war ein Baum mit verminderter Standfestigkeit leider eine Gefahr. Lt. Gutachten:
Weitreichende Fäule im Stammfuß – stark verminderte Standsicherheit, Unglücksbalken mit schlechter Anbindung, kein Entwicklungspotential auf dem artuntypischen Standort (Versiegelung und Hitzestrahlung).

Gesetzesänderung erforderlich - Landeshauptfraustellvertreter Dr. Stephan Pernkopf wurde von uns auf die brisante Situation hingewiesen und Änderung bzw. Verbesserung gefordert.

Für uns steht vor allem die derzeitige Gesetzeslage im Vordergrund, die viele zu einer Baumfällung nötigt, ohne dass diese vielleicht erforderlich wäre. Jeder Baum ist wichtig!!!! Ganz besonders in einem Industriegebiet, wie diesem. Die Begründung „Kein Entwicklungspotential auf artuntypischen Standort (Versiegelung und Hitzestrahlung)“ verwundert uns nicht, da die Bodenversiegelung in unserer Region bereits enorm ist. Da diese aber weiter zunimmt und das Gesetz eine Baumerhaltung nicht gerade unterstützt, ist es nur mehr eine Frage der Zeit, wann der letzte Baum fällt. Hier sehen wir einen großen Handlungsbedarf, da die Haftung für Eigentümer und Gemeinden ein schwieriges Thema ist. Dass Bäume eine wesentliche Rolle in unserem Ökosystem spielen ist unumstritten und zukünftig wird jeder einzelne Baum wichtiger sein, denn je (Klimawandel, Bodenversiegelung, Tiere, etc.).

 

Aktuelle Umweltthemen

Wir greifen immer wieder aktuelle Umweltthemen auf, über die wir auf unseren Plattformen unter

 

https://lelog.jimdo.com/ und in facebook unter LELOG - Umweltschutz für Bisamberg, Langenzersdorf und Korneuburg  informieren.

 

So berichteten wir über die geplante Abschaffung der Umweltanwaltschaften https://mein.aufstehn.at/petitions/die-natur-braucht-eine-stimme-gegen-die-entmachtung-von-umweltanwaltschaften (bitte die Petition unterschreiben), die Zerstörung des Regenwaldes, Plastikwahn und Energieverbrauch.

Über Energieverbrauch in Österreich 2018 erhältst du/Sie Auskunft unter:

https://www.bmnt.gv.at/service/publikationen/energie/energie-in-oesterreich-2018.html

  

Das kommende Jahr bleibt spannend und wird sicherlich weiterhin viel Arbeit für das ehrenamtliche Team von LELOG bringen.

  

Wir bitten dich/Sie weiter um deine/Ihre Unterstützung. Falls du/Sie aktiv mitarbeiten willst/wollen, bitten wir um Kontaktaufnahme per Telefon oder Email.


 

Rückfragen & Kontakt:

Brigitte Etzelsdorfer & Nikolaus Kubiczek

Obfrau & Obfraustellvertreter der Umweltschutzorganisation LELOG

www.lelog.at, lelog@gmx.at

Tel. 06802121571