E-Mobilität - LELOG hat beim VCÖ nachgefragt - Stand 27.6.19


Da für uns viele Fragen im Bezug auf E-Mobilität, CO2, usw. ungeklärt waren, hat LELOG beim VCÖ - Mobilität mit Zukunft, Bräuhausgasse 7-9, A-1050 Wien, T +43 (0)1-893 26 97, http://www.xn--vc-gka.at/, nachgefragt und folgende Antworten erhalten:
Wir bedanken uns herzlich für die prompte und ausführliche Darstellung.

1. Frage: Gewinnung von Lithium
Aus Fernsehberichten, usw. konnten wir entnehmen, das die Bauern in den Ländern wo es gewonnen wird, sehr betroffen sind und durch die Gewinnung kein Wasser für ihre Felder haben. Kann sicher gestellt werden, das wenn wir mit E-Autos fahren, andere nicht dadurch Schaden nehmen?
Antwort:
Lithium wird vor allem in Südamerika abgebaut und bei der Gewinnung wird tatsächlich viel Wasser verbraucht, was zum senken des Grundwasserspiegels führen kann. Wichtig ist hier, dass man so bald wie möglich bindende Regeln und Vorschriften zum Schutz der Natur und dort ansässigen Menschen einführt.

2.Frage:
Herstellung der Akkus
Stimmt es das bei der Herstellung und bei der Entsorgung extrem viel CO2 verbraucht wird, bzw. dass das Recycling der Akkus nicht gesichert ist?
Stimmt es, das die Akkus nicht die Lebensdauer haben, die von den Herstellern angegeben werden?
Antwort:
Bei der Herstellung eines E-Autos mit Batterie wird mehr Energie benötigt als bei der Herstellung eines konventionellen Autos mit Verbrennungsmotor. Über die Lebensspanne hinweg verbraucht ein Auto mit Benzin oder Diesel aber wegen eben dieser fossilen Treibstoffe mehr Energie als ein E-Auto. Je umweltschonender der Strom ist mit dem das E-Auto geladen wird, dass heißt je größer der Anteil an erneuerbaren Energien im Strommix ist, desto größer sind die Energie- und CO2-Einsparungen im Vergleich zu einem konventionellen Auto. Momentan gibt es auf Grund des geringen Bedarfs noch wenige Recyclinganlagen für E-Auto Batterien, dies sollte sich aber bald ändern, da die EU bereits eine Rückgewinnungsquote von 50% bezogen auf das Batteriegewicht fordert.

Die von Ihnen genannten Punkte sind bezüglich der Rohstoffgewinnung und der Batterieherstellung und -entsorgung werden in einem kommenden VCÖ-Factsheet zum Thema Rebound und Seiteneffekte der E-Mobilität bearbeitet.

3.Frage:
Woher kommt der viele Strom für E-Autos zukünftig?
Photovoltaik ist sehr teuer. Windenergie bringt nicht nur Vorteile, sondern hat ebenfalls große Auswirkungen auf die Umwelt. Z.B. Vogel- u. Insektensterben, Bodenverbrauch, Rotorblätter können derzeit nicht entsorgt werden, Verschandelung der Landschaft, Belastung von Mensch und Tier, usw. Bereits vor 40 Jahren haben wir gegen das Kraftwerk an der Donau in der Hainburger Au gekämpft. Atomstrom ist für uns keine Alternative.

Antwort: keine

4. Frage
Kann man mit guten Gewissen ein E-Auto empfehlen? Was sind die Vorteile und welche Nachteile auf die Umwelt bezogen gibt es?

Antwort
Allgemein sieht der VCÖ den Einsatz von Elektro-Autos dort als sinnvoll an, wo Wege nicht vermieden oder auf andere Verkehrsmittel verlagert werden können. Denn auch E-Autos verursachen Staus, Parkplatzprobleme und Unfälle wie konventionelle Autos. Wenn Auto fahren nicht vermeidbar ist, ist es aus Umweltsicht besser, ein E-Auto mit möglichst kleinem Akku und betrieben mit Ökostrom einzusetzen.

Viele Infos und Antworten finden sie auch beim Faktencheck E-Mobilität des VCÖ und Klima- und Energiefonds: https://faktencheck-energiewende.at/faktenche…/e-mobilitaet/

Für eine umfassende Energiewende braucht es für das gesamte Verkehrssystem das Konzept Vermeiden–Verlagern–Verbessern. Das E-Auto ist erst im letzten Punkt, wenn Verkehr schon so gut es geht vermieden oder verlagert wurde, sinnvoll.